BarolistaBlog

Die Weinbaugebiete des Piemonts liegen im Einzugsgebiet der Alpen, die durch das Aufeinandertreffen der Eurasischen und der Afrikanischen Kontinentalplatte aufgefaltet worden sind und das ursprĂŒnglich hier befindliche Meer verdrĂ€ngt haben. Die Böden spiegeln die unterschiedlichen Welten zwischen den einzelnen Weinbauzonen im Norden und den HĂŒgelketten von den Langhe, Roero und dem Monferrato wider.

Die AlpenauslĂ€ufer im Norden werden von MorĂ€nen, Sedimenten, Mergel und vulkanischen Porphyrböden des einstigen Super-Vulkans um Valsesia geprĂ€gt. Der Eisen- und Magnesiumgehalt ist nicht unerheblich, oft finden sich kleine GranateinschlĂŒsse in den Böden. Hier werden die Nebbiolo im Vergleich zu Barolo und Barbaresco in der SĂ€ure etwas runder, die Weine wirken etwas leichtfĂŒĂŸiger. Das Klima mit den kĂŒhlen Luftströmen aus den Alpen (der Monte Rosa ist ĂŒber 4.600m hoch!) bietet auch fĂŒr andere Sorten speziell im Herbst gute Voraussetzungen fĂŒr die aromatische AusprĂ€gung der Beeren, wie manch weißer Erbaluce belegen kann.

In den Langhe hört man oft von den Marne di Sant‘ Agata – dem grau-blauen Mergel von Sant‘ Agata. Speziell im Barbaresco und Roero und dem nördlichen Teil des Barolo ist es der Hauptboden. Sand spielt in der Zusammensetzung eine wichtige Rolle (30-55%), im Roero ist der Anteil höher, der Kalkgehalt ist niedriger, die Weine sind leichtfĂŒĂŸiger und sie reifen rascher. Im Barbaresco ziehen sich einzelne Sandvenen durch die Bodenschichten und in den Lagen der nördlich gelegenen Barolo-Gemeinden La Morra und Barolo ist der höhere Kalkanteil als weitere Komponente prĂ€gend und ergibt meist duftige und elegante Weine. Die Lagen um Serralunga und Monforte besitzen einen wesentlich höheren Lehmanteil, durch den die Barolo aus diesen Gemeinden wuchtiger, robuster und wĂŒrziger wirken.

Im Monferrato kann man ebenfalls zwischen zwei wesentlichen Bodenarten unterscheiden: „Terre bianche“ (weiße Erde) und Sandböden von Asti. Ersterer ist der Ă€ltere Boden und erstreckt sich von Canella ĂŒber das Gebiet sĂŒdlich von Asti bis Alessandria und Casale. Es sind kalkreiche, helle Mergelböden mit einem hohen Lehmanteil. Die Humusauflage ist oft bescheiden und schnell stĂ¶ĂŸt man auf Muschelkalk mit fossilen EinschlĂŒssen. Die hier gewonnenen Weine sind dunkel und kraftvoll. Die sandigen Böden von Asti bestehen aus Meeressedimenten und finden sich im Zentrum des Monferrato links und rechts entlang des Flusses Tanaro. Weine von diesen Böden besitzen meist eine niedrigere SĂ€ure und sie reifen rascher.