Fakten
Herkunft & Lage
Der Barolo Riserva Vignolo DOCG 2019 stammt aus der MGA Vignolo in Castiglione Falletto. Cavallotto bewirtschaftet innerhalb der MGA mehrere Parzellen mit insgesamt 1,96 ha Rebfläche. Der Weinberg liegt an einem steilen Hang mit Südwestexposition. Die Reben werden im klassischen niedrigen Guyot-System erzogen. Die allgemeine Pflanzdichte des Weinguts beträgt rund 5.000 Rebstöcke je Hektar. Für Nebbiolo erfolgt der Rebschnitt auf acht bis zehn Augen sowie einen Erneuerungszapfen mit zwei Augen. Der Ertrag für den Vignolo 2019 lag bei 28 hl/ha. Das Weingut erzeugte 6.566 Flaschen. Die Lage Vignolo besteht hauptsächlich aus Lehm und Kalk, weniger aus sand.
Trauben & Vinifikation
Der Wein besteht zu 100 % aus Nebbiolo. Die Trauben des Jahrgangs 2019 wurden am 17. Oktober gelesen und vollständig entrappt. Die alkoholische Gärung erfolgte ausschließlich mit weinbergseigenen Hefen in horizontalen Gärbehältern bei einer kontrollierten Höchsttemperatur von 29 °C. Cavallotto arbeitete traditionell mit halb untergetauchtem Tresterhut. Die gesamte Mazeration dauerte 28 Tage. Die malolaktische Gärung fand im darauffolgenden Frühjahr in Zementbehältern statt.
Ausbau & Lagerpotential
Nach der Vinifikation reifte der Barolo 60 Monate in großen Fässern aus slawonischer Eiche mit 20, 30 und 50 hl Fassungsvermögen. Die Abfüllung erfolgte am 6. März 2025. Der Wein weist 14,8 % vol. Alkohol, 6,07 g/l Gesamtsäure, einen pH-Wert von 3,39 und 45 mg/l Gesamt-SO₂ auf. Alfio Cavallotto gibt für den Jahrgang ein Trinkfenster von 2028 bis 2050 an. Das Jahr 2019 verlief mit einem kühlen Frühjahr, einzelnen Hitzephasen im Juni und Juli sowie einer langsameren Reifeentwicklung im August und September. Während der Lese herrschten kühle Nächte und warme Tage. Das Weingut beschreibt die langsame Reife als Grundlage für langlebige, klassisch strukturierte Weine.
Biologie & Nachhaltigkeit
Cavallotto bewirtschaftet seine Weinberge nach einem biologisch ausgerichteten System und verzichtet auf synthetische Herbizide und Pestizide. Bereits seit den 1970er-Jahren arbeitet das Weingut mit spontaner Begrünung. Die Grasdecke wird je nach Vegetationsverlauf zwei- bis viermal jährlich gemäht; das Pflanzenmaterial verbleibt als organische Substanz im Weinberg. Diese Bewirtschaftung vermindert Bodenverdichtung und Oberflächenabfluss und dient dem Erosionsschutz an den Hanglagen. Seit 1976 nutzt Cavallotto außerdem Nützlinge zur biologischen Kontrolle von Schädlingen. Zur Reduktion kupferhaltiger Behandlungen setzt das Weingut unter anderem Pflanzenextrakte, ätherische Öle und Propolis ein. Die saisonalen Arbeiten im Weinberg erfolgen nach Angaben des Weinguts von Hand.
Weitere Weine
Meinungen
Geschmack
“Sehr konzentrierte, zugleich hochfeine und glasklare Nase mit dunklen Beeren, feiner Würze und Noten von Teer, Rauch, Zigarren und Zedernholz. Am Gaumen komplett, ruhig fließend, von großer Eleganz und beeindruckender Balance. Das mürbe, feinmaschige Tanningerüst trägt den Wein souverän, ohne je übermäßig zu wirken; alle Elemente greifen vollkommen ineinander. Das gewaltige, nahezu endlose Finale unterstreicht die Klasse. Noch viel zu jung: frühestens ab 2029/30 oder jetzt mit langer Belüftung. Ganz großes Kino – Barolo Riserva at its best.” Peter Roggenhofer, Barolista, 09/2026
Laut internationalen Weinjournalisten präsentiert sich der Barolo Riserva Vignolo 2019 als tiefgründiger, zugleich präziser und spannungsvoller Barolo mit bemerkenswerter Finesse. Kerin O’Keefe vergibt 100 Punkte und hebt Finesse, elegante Zurückhaltung, Sauerkirsche, Trüffel, Orangenzeste und Granatapfel sowie straffe, feinkörnige Tannine hervor. Wine Spectator bewertet mit 97 Punkten und beschreibt Kirsche, Pflaume, Tamarinde, Lakritz, Teer, Eukalyptus und Wacholder sowie ein langes, noch engmaschiges Finale. Monica Larner für Wine Advocate gibt 96 Punkte und betont dunkle Frucht, Dörrpflaume, schwarze Johannisbeere sowie pudriges Tannin. Antonio Galloni für Vinous vergibt 95+ Punkte und charakterisiert den Wein mit dunkler Kirsche, Kirschlikör, Zimt, Blutorange, Granatapfel und Rosenblättern. Walter Speller bewertet für Jancis Robinson mit 18/20 und beschreibt konzentrierte Frucht, exotische Würze, energetische Säure und feines, kiesiges Tannin. Falstaff vergibt 98 Punkte und unterstreicht Gewürznelke, kandierte Rosenblätter, Himbeere, große Spannung und feinmaschiges Tannin mit festem Druck. In der Summe entsteht das Bild eines klassischen, langlebigen Vignolo: konzentriert, aber nicht schwer, aromatisch vielschichtig, straff und von großer innerer Spannung. Die Kritiker sehen den Jahrgang übereinstimmend noch am Beginn seiner Entwicklung; Vinous nennt 2029–2044, Wine Spectator 2029–2050 als Trinkfenster.
Speisenempfehlungen
Passt zu rotem Fleisch im Allgmeinen, gegrilltem Fisch, Meeresfrüchten und weissem Fleisch, Hartkäse und gut gereifter Käse, Schokolade. Kann auch einfach als „Vino da Meditazione“ (ein Wein zum meditieren) genossen werden.
Bewertungen
| Kerin O’Keefe | 100/100 | |
| Falstaff | 98/100 | |
| Wine Spectator | 97/100 | |
| Wine Advocate | 96/100 | |
| Jeb Dunnuck | 96/100 | |
| Vinous | 95+/100 | |
| Jancis Robinson | 18/20 | |
| Decanter | 95/100 |
Daten
| Jahrgang | 2019 | |
| Flaschengröße | 0,75 lit | |
| Rebsorte | Nebbiolo | |
| Appellation | Barolo DOCG | |
| Alkoholgehalt | 14,0 % | |
| Anbau | biologisch | |
| Verschluss | Naturkork | |
| Preis pro Liter | 281,33 € / lit | |
| Artikelnummer | CF0319W1 | |
| Allergene | Wein enthält Sulfite |
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